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Rastplatz mit Aussicht in Norwegen: Ureddplassen

Die Touristenroute „Helgelandskysten“ in Norwegen ist die längste der 18 Landschaftsrouten und führt vorbei an außergewöhnlichen Naturphänomenen, wie dem Gletscher Svartisen sowie an idyllischen Fjorden, imposanten Gebirgsketten und natürlich dem Meer. Pausen können überall an der Strecke eingelegt werden – besonders beeindruckend ist jedoch der Rastplatz Ureddplassen.

Wie eine Skulptur thront das acht Meter lange Toilettengebäude aus Beton und Glas auf dem Rastplatz, das mit seinen beleuchteten Wänden für eine schöne Lichtatmosphäre sorgt – so findet man auch in der Dunkelheit den Weg dorthin. Das wellenförmige Dach ist schon von Weitem sichtbar und geht nahtlos in die Terrasse über, von der aus Reisende einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung genießen können. Besucher dieses Stillen Örtchens sind nur durch die satinierten Glasscheiben von der Umgebung getrennt, die dank ihrer Blickdichtigkeit für die nötige Privatsphäre sorgen. Da das Gebäude kein einziges Fenster besitzt, nimmt man im Innern die Geräusche der Umgebung besonders deutlich wahr – sei es der tosende Wind oder das sanfte Meeresrauschen vom Fugløyfjord.

Entworfen wurde der außergewöhnliche Bau von dem Architekturbüro Haugen/Zohar Arkitekter aus Oslo, das mit seinem besonderen Bauwerk so wenig wie möglich von der Natur ablenken will. Daher entschieden sich die Architekten für schlichte und zurückhaltende Materialien, wie Stahl, Beton und Glas – auch auf Farben wurde bewusst verzichtet.

Geht man die Terrasse des Rastplatzes entlang, laden einige Bänke, gefertigt aus rotweißem norwegischen Marmor, zum Verweilen ein. Wenn das Wetter es zulässt, kann man von hier aus am Horizont sogar die Lofoten erkennen. Im Winter lassen sich zudem die Nordlichter beobachten und im Sommer die Mitternachtssonne – der perfekte Ort für Naturgenießer!

Auf dem Rastplatz Ureddplassen befindet sich außerdem ein Denkmal, das einen auf einer Welle reitenden Schwertfisch zeigt. Dieses soll an die Opfer erinnern, die im Zweiten Weltkrieg im Fugløyfjord starben, als das norwegische U-Boot Uredd (auf deutsch: furchtlos) auf eine deutsche Mine traf und sank. 1985 wurde das Boot in 105 Metern Tiefe gefunden und im darauffolgenden Jahr zum Kriegsgrab erklärt.

Auch von dem Hotel „Svart“ in Norwegen lässt sich das wunderbare Naturspektakel der Nordlichter beobachten.

Januar 2020

General info:
Name: Uredd rest area along Norwegian Scenic Route
Landscape architect: Inge Dahlman / Landskapsfabrikken AS
Architect: Haugen/Zohar Arkitekter
Engineer: K. Apeland
Client: Statens vegvesen
Location: Gildeskål kommune, Helgelandskysten, Norway
Date of realization: 2018
Author of photos: Steinar Skaar / Lars Grimsby / Statens vegvesen
Contractor: Moldjord bygg og anlegg AS
Other suppliers: Concrete: Nordland Betong, avdeling Meløy

Photo credits: Steinar Skaar / Lars Grimsby / Statens vegvesen


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