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Schnittstelle _ architektur _ wasser

TIJ - ein Vogelobservatorium in den Niederlanden

Das Vogelschutzgebiet De Schellhoek in der niederländischen Provinz Zuid-Holland ist ein sehr beliebtes Brutgebiet und Heimat für zahlreiche Fluss-Seeschwalben und andere Vogelarten.
Versteckt zwischen Schilf und Wiesen, sind sie jedoch nicht immer sichtbar – RAU Architects hat nun das Vogelobservatorium „TIJ“ entworfen.

Erbaut wurde das „Kunstwerk“ von RAU Architects, um die teilweise Öffnung der Haringvliet Schleuse an der Nordsee zu zelebrieren, durch die unter anderem dem Lachs die Wanderung in den Rhein deutlich erleichtert wird. Auch die Wasserqualität sowie die biologische Artenvielfalt soll sich durch die Öffnung zukünftig verbessern. Ursprünglich wurde die Schleuse in den 1960er Jahren als Teil der niederländischen Deltawerke errichtet.

Die Form von „TIJ“ erinnert an ein riesiges Ei, angelehnt an die Brut der dortigen Bewohner, und bietet die einzigartige Möglichkeit, die Tiere der Umgebung aus nächster Nähe zu beobachten.
„TIJ“ bedeutet übersetzt „Tiden“, was sich wiederkehrenden Gezeiten der Region bezieht.

Die Grundlage dieses Vogelobservatoriums bildet außerdem eine Holzkonstruktion, die mit natürlichem getrocknetem Schilf bedeckt wurde, so dass sich der Bau optimal in die Umgebung integriert.
Um die sensiblen und oftmals schreckhaften Vögel so wenig wie möglich zu stören, wurde der Zugang als eine Art Tunnel konzipiert – bedeckt mit Sand bietet er gleichzeitig neuen Lebensraum für heimische Tiere und integrierte Nistlöcher werden zu Brutstätten für die Uferschwalbe.

Bestehend aus rund 400 Einzelteilen ist das Vogelobservatorium zudem vollständig demontierbar.

"Indem wir alles so bauen, dass es auseinandergenommen werden kann, ohne an Wert zu verlieren, sorgen wir dafür, dass die Belastung des Ökosystems minimal ist"

sagt Thomas Rau, Gründer von RAU Architects.


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