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Bodenebene Schwelle: eine planerische Leistung

Die Nachfrage nach barrierefreien Übergängen vom Innen- zum Außenraum steigt kontinuierlich. Doch die bodengleiche Schwelle bleibt ein kritischer Punkt, an dem planerisches und konstruktives Know-how gefragt sind. 

Wir werden immer häufiger mit dem Wunsch nach einer barrierefreien Balkon- oder Terrassentür bzw. einem bodenebenen Eingang konfrontiert - aus Gründen des Komforts und im Hinblick auf eine seniorengerechte Ausstattung einer Immobilie. Dabei sind besonders der Einsatzort, die Lage am Bauwerk und die baukonstruktiven Gegebenheiten zu berücksichtigen. Bernd Hader, Produktmanager bei ACO, nennt Anforderungen aus der Praxis und taugliche Lösungen.

Schnittstelle_architektur_wasser: Ist aus der Sonderlösung "barrierefreie Schwelle" inzwischen eine Standardlösung geworden?

Bernd Harder: Nein - und es wird sich auch immer um eine Sonderlösung handeln, denn es ist und bleibt eine planerische Leistung des Architekten. Das hat verschiedene Gründe. Da müssen unterschiedliche Vorgaben wie die DIN 18195 zur Bauwerksabdichtung und die Flachdachrichtlinie berücksichtigt werden. Zudem ist jeder Anschluss anders und, last but not least, müssen bei der Ausführung mehrere Gewerke koordiniert werden.

Schnittstelle_architektur_wasser: Wie unterstützt ACO den Architekten an diesem kritischen Punkt?

Bernd Harder: Natürlich mit passenden Produkten - denn eine Rinne an dieser Stelle muss sein. Alternativ geht natürlich auch ein weit auskragendes Vordach. Ist jedoch eine Rinne gewünscht, sind das Know-how und der Service unserer Architektenberater und des Außendienstes gefragt. So haben wir verschiedene Versuche durchgeführt: Praktische Versuche, in denen wir eine Systemterrasse aufgebaut haben und unterschiedliche Regenmengen niedergehen ließen. Dabei war die Rinne gegenüber der konventionellen Ausführung mit Schwelle deutlich sicherer. Und wir testen unsere Produkte, um genau zu wissen, was sie leisten können.

Schnittstelle_architektur_wasser: Was muss ich als Architekt bei der Planung beachten?

Bernd Harder: Erst einmal gilt es einige Fragen zu klären: Brauchen wir eine 0-Schwelle oder können die aus technischen Gründen erlaubten zwei Zentimeter Schwellenhöhe stehen bleiben? Dann muss die Situation am Bauwerk geklärt werden. Wo soll die Rinne zum Einsatz kommen: auf dem Dach, an Balkon und Terrasse oder im erdberührenden Bereich? Wie hoch ist die Regenbelastung? Hier führen wir beispielsweise hydraulische Berechnungen durch, die in den verschiedenen Regionen Deutschlands mit deren unterschiedlichen Regenspenden durchaus zu untereinander abweichenden Ergebnissen führen können. Sind diese und noch weitere Fragen geklärt, können die Rinne und auch der passende Rost empfohlen werden.

Schnittstelle_architektur_wasser: Welche Möglichkeiten hat der Architekt grundsätzlich bei der Ausführung eines schwellenlosen Übergangs?

Bernd Harder: Bei Dächern, Balkonen und Terrassen empfiehlt sich eine seitlich offene Rinne, da es hier in der Regel eine obere und eine untere Entwässerungsebene gibt - Belag und Folie. Im erdberührenden Bereich ist dies nicht der Fall. Hier kommen geschlossene Rinnen zum Einsatz, die das Wasser auffangen und ableiten. In beiden Fällen muss der Rost immer so ausgeführt sein, dass keine zusätzliche Belastung durch Spritzwasser entsteht. Maschenrost oder Längsstabrost sind hier die richtige Wahl.

Ausführliche Informationen zu den Produkten finden Sie hier oder sprechen Sie uns an. Die ACO Architektenberater unterstützen sie gerne und fachkundig.

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