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Landung auf der Themse

Ein Großprojekt für die Zukunft: Großbritannien möchte und muss seine Flughafen-Kapazität in Südost-England erhöhen. Nun gibt es Konzepte für einen neuen "London Britannia Airport" (LBA), der die britische Hauptstadt zum globalen Gateway für Europa machen würde.

Die weltweit agierende britische Architekturfirma Gensler hat ihren Entwurf für den London Britannia Airport vorgestellt, der sich grundsätzlich von bisherigen Konzepten abhebt; 2011 machten u.a. Foster + Partners einen Vorschlag.

Gensler hat einen schwimmenden Flughafen auf der Themse konzipiert, mit Terminals, die über Unterwasser-Tunnel miteinander verbunden sind. Damit müsste nicht - wie bei den Entwürfen anderer Architekturbüros - über Erdaufschüttungen neues Land innerhalb des Themse-Gebiets gewonnen werden, was einen massiven Eingriff ins Ökosystem bedeuten würde.

Die vorgeschlagene Struktur besteht aus vier Start- und Landebahnen, die am Flussboden verankert sind, und Ankunftsgebäuden, die mit unter Wasser liegenden Tunnel verbunden sind. Über die Tunnel werden die Passagiere weiter ins Zentrum Londons geleitet als auch zu den europäischen Hochgeschwindigkeits-Strecken.

Fluggäste, die mit dem Auto anreisen, würden an drei Terminals an Land ankommen. Den jetzigen Flughafen Heathrow um eine dritte Start-/Landebahn zu erweitern, wäre nur eine kurzfristig gedachte Lösung. Das vorgeschlagene Konzept für den neuen LBA hingegen ist ein Beispiel für den Flughafen der Zukunft. Die Probleme, die dem althergebrachten Flughafen-Konzept des 20sten Jahrhunderts innewohnen, werden hiermit grundlegend neu gedacht. Dem Design wohnt eine große Flexibilität inne: Bei Bedarf können weitere Start- und Landebahnen ergänzt oder herausgenommen werden.

Insgesamt würde die geplante Lage in der Themse auch eine Entlastung für die Bevölkerung Londons bedeuten, da die Lärm- und Verkehrsbelastung nach außerhalb verlagert würde. Hier wäre auch genügend Raum für eine weitere Entwicklung des Flughafens. Auch im Konzept enthalten sind Vorschläge für die zukünftige Nutzung des dann seiner Funktion beraubten existierenden Flughafen Heathrow.

Dieser könnte einer Konversion unterzogen werden und in eine "Eco-City" namens Heathrow Gardens mit Wohnraum für 300.000 Menschen umgewandelt werden unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur.

Der neue Flughafen könnte leicht in den britischen Schiffswerften und Stahlwerken produziert, auf dem Wasserweg transportiert und am vorgesehenen Standort platziert werden. Dies könnte ein Anreiz für die britische Wirtschaft sein - ein Projekt von globaler Bedeutung, entworfen, hergestellt und gebaut in Großbritannien.


 

 

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