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LAGI: Land Art zur Energiegewinnung

Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie helfen, die Umwelt zu schonen. Doch der Landschaft tun Windräder und Photovoltaikfelder nicht immer gut.
Die Initiative LAGI (Land Art Generator Initiative) möchte das ändern.

Sie meinen

„Erneuerbare Energie kann schön sein“

und loben alle Jahre einen Ideenwettbewerb aus.
Kreative Köpfe sind aufgerufen, ein öffentliches Kunstwerk für einen bestimmten Ort zu entwerfen, das einen nachhaltigen Mehrwert bietet: die Gewinnung von erneuerbarer Energie und/oder Trinkwasser.

2016 war Santa Monica der Ort der Wahl – genauer gesagt der berühmte Pier, Endpunkt der Route 66. Der Standort eröffnete die Möglichkeit, neben Wind- und Sonnenenergie auch die Energie der Gezeitenströmung zu nutzen.

Trinkwasser kann aus dem Meerwasser aber über Nebelkondensation gewonnen werden. Weit über 100 Projekte wurden eingereicht. Davon kamen 27 Projekte auf die Shortlist aus der drei Gewinner ausgewählt wurden. Einige sehenswerte Projekte stellen wir Ihnen vor:

The Clear Orb

Jaesik Lim, Ahyoung Lee, Jaeyeol Kim und Taegu Lim aus Südkorea schlagen einen rechtwinklig zum Pier angeordneten begehbaren Damm vor, an dessen Ende sich eine unterseitig verspiegelte Kugel befindet. In ihr wird über Kondensation aus Meerwasser Trinkwasser gewonnen.
Die Hülle ist mit durchsichtigen Photovoltaikzellen verkleidet, die zusätzlich Sonnenenergie erzeugen. Im Damm wird die Kraft der Wellen in Energie umgewandelt.

The Aurora

Gleiche Idee – anderes Design: Das niederländische Team von PistachOffice schlägt statt einer Kugel eine langgestreckte „Wolke“ vor, in der per Kondensation aus Meerwasser Trinkwasser wird.
Die filigrane irisierende Optik steht in angenehmem Kontrast zu den lauten und auffälligen Aktivitäten auf dem Pier. Auch aus dem gewonnenen Salz wird Energie für die Beleuchtung der „Wolke“ gewonnen.

The Pipe

Das kanadische Team von Khalili Engineers beschäftigt sich mit der Trinkwassergewinnung sowie der Nutzung von Sonnenenergie. Sie nutzen jedoch Elektromagnetismus, um das Salz aus dem Meerwasser zu filtern.
Die dafür notwendige Energie – wesentlich weniger als bei herkömmlichen Methoden – wird über Solarzellen auf dem parallel zum Strand platzierten röhrenförmigen Gebäude erzeugt. In ihm befindet sich ein großes Spa, in dem die Besucher in Thermalbädern entspannen können, die mit dem gewonnenen Meersalz versehen werden.

Regatta H2O

Der Gewinnerentwurf geht einen anderen Weg. Christopher Sjoberg und Ryo Saito aus Tokio, Japan kreieren ein harmonisches Bild, indem sie Segel vor der Küste platzieren, die Wasser aus der Luft filtern. Segel werden als künstliche Form direkt mit dem Wasser assoziiert. 112 Mio. Liter sollen so pro Jahr gewonnen werden. Sie können je nach Bedarf gesetzt und eingeholt werden. So wird der Blick von Strand auf das Meer nicht beeinträchtigt. Die Masten sind als oszillierende Zylinder ausgebildet und gewinnen so die Energie für den Betrieb der Anlage.

 

© Das Copyright für die Abbildungen liegt bei den jeweiligen Projektteams. Alle gezeigten Projekte sind Einreichungen zur 2016 Land Art Generator Initiative design competition for Santa Monica.


 

 

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