Berlin hoch 3: Hochhausvisionen für Berlin

Berlin hoch 3:
Hochhausvisionen für Berlin

Seit einem Vierteljahrhundert wird in und an Berlin als Hauptstadt des vereinten Deutschlands gebaut – und noch immer gibt es brachliegende oder unterentwickelte innerstädtische Areale mit großem Potenzial. Die Bauplanung ist allerdings inzwischen zumindest teilweise veraltet. Neue Impulse sind gefragt. Masterstudenten der Beuth Hochschule für Technik haben Hochhausvisionen für Berlin entwickelt. Die Schnittstelle zu Wasser? Liegt näher als man vermutet.

Biosphäres Wohnen

Berlin hoch 3: Hochhausvisionen für Berlin

Alisan Ocak und Felipe Renker haben einen Gebäudetyp entwickeln, der in hochverdichteten Ballungsgebieten den Wunsch nach privatem Grün in einer urbanen Architektur realisiert. Dazu stapeln sie großzügige Wohneinheiten mit eigenen Gärten vertikal. Eine ausgeklügelte Gebäudeform und -ausrichtung, die eine gute Belichtung der Gärten erlaubt, sowie ein intelligentes Be- und Entwässerungssystem der Gärten macht dies möglich. So wird beispielsweise anfallendes Regenwasser zur Bewässerung genutzt.

Der exemplarische Standort im Berliner Zentrum verdeutlicht das Potenzial des Prototypens. In unmittelbarer Nähe zum Regierungsviertel und der aufgelockerten IBA-Bebauung von 1957 mit 16- bis17-geschossigen Punkthochhäusern, gelingt der Versuch, privates Grün in hochverdichteten Bereichen zu ermöglichen.

Die Studenten haben mit ihrem Projekt einen Nerv getroffen, wie die Auszeichnung mit dem Publikumspreis des Zukunftspreises der GASAG – einem Berliner Energieversorger – zeigt. Durch eine detaillierte Ausarbeitung haben die Studenten bewiesen, dass ihre Idee funktioniert – beispielsweise mit innovativen Entwässerungslösungen für Dächer, Balkone und Terrassen von ACO.

Berlin hoch 3: Hochhausvisionen für Berlin

Responsive Urbanism

Berlin hoch 3: Hochhausvisionen für Berlin

Katharina Janz und Michael Herbig haben sich einer prominenten Berliner Brache angenommen: dem Tempelhofer Feld. Sie setzen ihren vorwiegend parametrisierten, computergestützten Entwurf der existierenden, konventionellen Bebauungsplanung entgegen. Dabei entwickeln sie die Vision einer autarken, innerstädtischen Struktur, die in dauerhaft wechselseitiger Beziehung mit dem Mensch, der Natur und der Umgebung steht.

Um die neue städtebauliche Struktur möglichst direkt aus dem Umfeld und der Topografie heraus zu entwickeln, analysieren sie das Gelände mit Hilfe der Schwarmintelligenz und der Wasser-Partikel-Simulation. Dadurch werden die relevanten bestehenden sowie notwendigen neuen Zugänge auf das Gelände erkennbar und die daraus resultierenden Verdichtungspunkte auf dem Tempelhofer Feld. Auf dieser Basis werden zukünftige Erschließungslinien und Zonierungen sowie deren Charakter abgeleitet.

Bei der Entwicklung der Bebauung stand die Verknüpfung von Architektur und Natur im Vordergrund. Aus Gründen des Natur- und Artenschutzes wurden Gebäude entwickelt, die nur geringfügig die vorhandene Fläche verkleinern und gleichzeitig Ausweichmöglichkeiten für die Tier und Pflanzenwelt bieten. Im Zentrum der Planung entstehen so die „Tulips“ – organische Hochhäuser, die mit schmalem Fuß und breiter Blüte an eine Tulpe erinnern.

Als Multifunktionstower beherbergen sie öffentliche Nutzungen, vertikale Landwirtschaft, Wohnen, Arbeiten und Freizeitangebote. Die Fassade dient zur Energiegewinnung über Algenreaktoren sowie als „Living Wall, in der Tiere und Pflanzen eine neue Heimat finden. Damit verbindet die Tulip alle zum Leben erforderlichen Bereiche und verbindet sie in einer baulichen Figur.

Zurück zur Übersicht