Schwimmende Inseln für Rotterdam – „Recycled Park“

Schwimmende Inseln für Rotterdam – „Recycled Park“

Im Rotterdamer Hafen wird es jetzt grün, denn bepflanzte Inseln – gefertigt aus recyceltem Plastikmüll – dienen Besuchern und Anwohnern ab sofort als Erholungsplätze direkt im Hafenbecken. Auch für Pflanzen und Tiere sollen so neue Lebensräume geschaffen werden.

Schwimmende Inseln für Rotterdam – „Recycled Park“

Rund 140 Quadratmeter ist der „Recycled Park“ groß, der aus vielen sechseckigen Plastik-Modulen besteht, die zusammengesteckt auf dem Wasser schwimmen und jederzeit erweitert werden können. Das Material für die Inseln kommt direkt aus dem Fluss Nieuwe Maas: Mit Hilfe von speziellen Auffangbecken wird Plastikmüll aus dem Wasser gefiltert und anschließend recycelt. Sogar die Fliesen in den Sitzbereichen der Inseln bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Die Idee stammt von der Recycled Island Foundation, die auf diese Weise Kunststoffe nachhaltig nutzt und gleichzeitig die Flüsse von Abfall befreit – ein Mehrwert für Mensch und Umwelt.

Zusätzlich erfüllt das Konzept auch eine ökologische Funktion, denn die sechseckigen Plattformen werden bepflanzt, so dass neue Lebensräume für beispielsweise Vögel oder Insekten entstehen. Die Unterseiten der Inseln weisen zudem eine raue Struktur sowie Spalten auf – dadurch können sich Algen und Wasserpflanzen anheften und Fische in sicherer Umgebung ihre Eier ablegen. „Dieser Prototyp zeigt das Potenzial des im Meer umherschwimmenden Plastikmülls – Denn Recycled Park ist eine schwimmende grüne Plattform, auf der Vögel nisten, Pflanzen wachsen und Menschen eine entspannte Zeit auf dem Wasser genießen können.“, sagt der Projektentwickler Ramon Knoester.

Das Bauen eines schwimmenden Objekts ist für Rotterdam jedoch keine Premiere, denn der „Recycled Park“ liegt direkt neben den „Floating Pavillons“: Drei Glaskuppeln, die auf dem Wasser schwimmen und als Erlebniszentrum Besuchern die Verbindung zwischen Klima, Wasser und nachhaltiger Architektur näherbringen. Doch das ist noch nicht alles – denn zukünftig soll es in Rotterdam auch eine „Floating Farm“ geben, auf der rund 40 Kühe, umgeben von Wasser, Milch produzieren.

Dass die großen Mengen an Plastikmüll, die täglich im Meer landen, ein großes Problem für unsere Ozeane, Flüsse und Seen darstellen, weiß auch die Architektin Marcella Hansch und entwickelte „Pacific Garbage Screening“: Eine schwimmende Plattform, die auch Mikroplastik aus dem Wasser filtern kann.

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