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Eine Oper wie ein Eisberg: Den Norske Opera & Ballett in Oslo

Schon die Lage des Opernhauses „Den Norske Opera & Ballett“ ist spektakulär. Schneeweiß und als Halbinsel auf Pfählen in den Fjord hineingebaut, erinnert das Opern-Gebäude stark an einen schwimmenden Eisberg. Im Hafenbereich gelegen und umgeben von mehr Wasser als Land, wirkt das Gebäude anmutig und stark.

Lange wurde über den Bau eines neuen Opernhauses in Norwegen diskutiert – bis dann im Jahr 2000 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Der Entwurf des ebenfalls in Oslo ansässigen Architekturbüros Snøhetta setzte sich gegen 200 Entwürfe durch. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die frei zugängliche Dachlandschaft sowie die hellen, lichtdurchfluteten Räume.

Aufgrund einer Vorgabe des Bauherrn gleicht der Zuschauersaal in Form, Struktur und Größe der Semperoper in Dresden. Die von Gottfried Semper entwickelte Hufeisenform bietet die perfekte Grundlage für eine optimale Akustik. Dunkles Eichenholz aus Deutschland ist das gestaltprägende Element im Innenraum. Im Kontrast dazu stehen das helle, lichtdurchflutete Foyer sowie die marmorverkleidete, fast schneeweiße Außenhaut. Das begehbare Dachplateau funktioniert als Erweiterung des öffentlichen Raumes und ist, wie das Foyer, für alle Besucher frei nutzbar.

Durch die versetzten Dachebenen wird das große Bauvolumen des Foyers und beider Bühnen elegant kaschiert. Als Nebeneffekt bietet die Dachform einen fantastischen Ausblick auf Oslo und den Fjord. 2009 wurde die Oper mit dem „Mies van der Rohe Award for European Architecture“ ausgezeichnet und gilt als größtes norwegisches Kulturprojekt der Nachkriegszeit.


 

 

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