Centro Botín in Santander – Reflektion von Stadt und Wasser

Centro Botín in Santander – Reflektion von Stadt und Wasser

In den letzten Jahrzehnten haben sich städtische Ufer als beliebte Standorte für Museen etabliert. Nun auch in der nordspanischen Hafenstadt Santander. Doch wo andere Architekten Treppen ins Meer und Dächer übers Wasser ragen lassen, geht Renzio Piano mit dem Centro Bolín einen anderen Weg. Das Gebäude reflektiert die Beziehung zwischen Stadt und Meer – nicht nur buchstäblich.

Centro Botín in Santander – Reflektion von Stadt und Wasser

Städtebaulich ist der Entwurf konsequent von der Stadt aus gedacht. Entgegen dem ursprünglich vorgesehenen Standort schiebt der Architekt das Gebäude bis ans Ufer – teilweise sogar darüber hinaus. Dafür musste eine vierspurige Straße, die bisher das angrenzende Viertel vom Ufer trennte, unter die Erde gelegt werden. Ein kleiner Grünraum wurde zum Park erweitert, an dessen Rand das Gebäude platziert ist.

Das Gebäude selbst ist in zwei Baukörper aufgeteilt. Das unterstützt den programmatischen Ansatz: Entsprechend dem Selbstverständnis des Bauherrn, der Fundación Marcelino Botín, soll das Centro Botín sowohl ein Kunstmuseum von internationalem Rang als auch ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Kreativität sein. Beide Gebäudeteile sind durch eine frei zugängliche leichte Stahltreppenkonstruktion miteinander verbunden.

Durch die Aufteilung können Achsen aus der kleinteiligen gewachsenen Stadtstruktur bis an Wasser geführt werden. Betrachtet man Gebäude und Stadt von der Wasserseite, fügen sich die beiden Baukörper selbstbewusst, aber harmonisch in die Stadtansicht ein. Das Aufständern unterstützt die Durchlässigkeit – und schafft regensichere Räume. Sinnvoll, in einer Stadt mit durchschnittlich 14,5 Regentagen pro Monat.

Ein besonderer Clou ist die Fassadenverkleidung. Die 270.000 leicht gewölbten, runden Keramikelemente schimmern perlmuttig und reflektieren gleichzeitig das Licht. So entsteht ein Effekt, vergleichbar mit den Lichtreflexen auf einer bewegten Wasseroberfläche. Der Charakter des Wassers wird Teil der Stadt Santander, die stolz auf ihre Tradition als Hafenstadt ist.

Bilder: ©Enrico Cano

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